Meine Themen – dafür stehe ich

Die ökologische Transformation zu einer klimafreundlichen und ressourcenschonenden Land- und Ernährungswirtschaft

Wir leben in einer schwierigen Zeit, die uns sehr herausfordert, denn neben der Bewältigung der Coronakrise haben wir als Gesellschaft noch eine viel größere Herausforderung zu meistern: Die Klimakrise. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, den wir nur gewinnen können, wenn wir alle an einem Strang ziehen und das in den Mittelpunkt stellen, was das Leben auf der Erde langfristig ermöglicht: den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen und die Energiewende. Wenn wir den Ast, auf dem wir sitzen, nicht selber absägen wollen, müssen wir jetzt entschieden handeln, um auf den 1,5 Grad- Pfad des Pariser Klimaabkommens zu kommen. Wir müssen jetzt jeden Raubbau an der Natur stoppen und stattdessen auf erneuerbare Energien und in der Landwirtschaft auf regenerative Anbaumethoden setzen.

Die ökologische Krise können wir aber nur meistern, wenn wir uns um soziale Gerechtigkeit kümmern und wenn wir auch in der Wirtschaft eine ökologische Transformation einleiten. Erfreulicherweise hat diese bereits begonnen, es kann aber nicht schnell genug gehen. Diese Themen sind mir wichtig. Der Schwerpunkt meiner politischen Arbeit liegt jedoch auf den Bereichen, in denen ich die größte fachliche Expertise habe, und das sind die Landwirtschaft und regionale Wertschöpfungsketten.

Ende 2020 haben wir, die Partei Bündis90/die Grünen, unser neues Grundsatzprogramm veröffentlicht, darin heißt es zur Landwirtschaft:

(…) Die Zukunft gehört einer klimafreundlichen, Kreislauf orientierten und regional verwurzelten Landwirtschaft, die altes Erfahrungswissen mit modernen agrarökologischen Anbaumethoden, digitalen Anwendungen und nachhaltigem Wassermanagement kombiniert. (…) Sie arbeitet ressourcenschonend, naturverträglich und orientiert sich am Leitbild der ökologischen Landwirtschaft mit ihren Prinzipien Tiergerechtigkeit, Gentechnikfreiheit und Freiheit von synthetischen Pestiziden. Eine solche Landwirtschaft steht für den Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft und die Vielfalt von Anbausystemen, Nutztierrassen und Pflanzensorten.…“ Dieses Bild trage ich mit.

Die Klimakrise ist für uns alle eine große Herausforderung und macht gerade vor der Landwirtschaft nicht halt, denn hier verursachen Wasserknappheit, Dürren und die späten Fröste mittlerweile erhebliche Ernteausfälle. Unterfranken ist davon in den letzten Jahren in besonderem Maße betroffen. Gleichzeitig verursacht die Land- und Ernährungsbranche nicht nur den Ausstoß von Klimagasen, sondern verschärft auch andere Krisen, allen voran die Biodiversitätskrise. Dabei kann die Landwirtschaft selbst ein Teil der Lösung sein. Doch hierfür braucht es eine verantwortungsvolle Politik, welche die Rahmenbedingungen und Anreize richtig setzt, damit Landwirt*innen für Ökosystemdienstleistungen, wie den Erhalt der Artenvielfalt und den Schutz des Grundwassers, ausreichend honoriert werden. Denn die meisten Landwirt*innen sind bereit dazu, naturverträglich und ressourcenschonend zu wirtschaften und den Tieren ein besseres Leben zu ermöglichen, wenn sie darüber ihre Existenz sichern können. Aber nicht nur Landwirt*innen stehen unter Druck, auch Betriebe der handwerklichen Lebensmittelverarbeitung haben es nicht leicht, im Konkurrenzkampf zu bestehen. Dabei ist der (Wieder-) Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten entscheidend für ein zukunftsfähiges, klimafreundliches und regional verankertes Wirtschaften.

Um den ökologischen Transformationsprozess voranzubringen, setze ich mich für eine ressourcenschonende und an den Klimawandel angepasste Land- und Ernährungswirtschaft ein. Dabei sind mir besonders wichtig:

  • Die Förderung von regenerativen Anbauverfahren und Methoden des Wasserrückhalts
  • Das Zusammendenken von Energiewende und zukunftsfähiger Landwirtschaft
  • Der Umbau der Tierhaltung – weniger Tiere besser halten
  • Der Ausbau und die Stärkung des Ökolandbaus vom Acker bis zum Teller
  • Die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten und handwerklicher Lebensmittelverarbeitung

zum Weiterlesen:

  1. Die Förderung von regenerativen Anbauverfahren und Methoden des Wasserrückhalts
    In Unterfranken sind wir besonders stark von der Klimakrise betroffen. Auf einen funktionierenden Wasserhaushalt sind wir alle nicht nur für unseren täglichen Bedarf angewiesen. Sowohl unsere Landwirtschaft als auch unser Wald leiden enorm unter Dürrestress. Die Grundlagen allen Lebens auf der Erde sind ein gesunder Boden, eine hohe biologische Vielfalt und ausreichende Verfügbarkeit von sauberem Wasser. Um diese zu erhalten brauchen wir deutlich mehr Forschung und Entwicklung in den Methoden des Wasserrückhalts in der Fläche sowie von agrarökologischen und regenerativen Anbausystemen. Dazu zählen u.a. Humusaufbau, Verfahren mit dauerhafter Bodenbedeckung, Mischkulturen und Agroforstsysteme. Wir müssen in Züchtungsforschung und -förderung von regional angepassten Sorten und den Aufbau von Praxisforschungsnetzwerken investieren. Um die Erkenntnisse schnell und effektiv umsetzen zu können, sollten wir Bildung und Beratung in diese Richtung weiter ausbauen.
  2. Das Zusammendenken von Energiewende, zukunftsfähiger Landwirtschaft und Naturschutz
    Fläche ist ein begrenztes Gut. Wir haben aber genug Fläche, um im Einklang mit den Zielen von Klimaschutz, ökologischen Landbau und Naturschutz ausreichend Energie und Nahrung für unseren eigenen Bedarf zu erzeugen. Dafür brauchen wir einen zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere von Windenergie und Photovoltaik. Der Ausbau von Photovoltaik soll vorwiegend auf Dächern, Fassaden und Verkehrsflächen sowie vorbelasteten Flächen erfolgen. Agri-Photovoltaikanlagen, d. h. Stromproduktion und landwirtschaftliche bzw. gartenbauliche Nutzung auf einer Fläche, können einen wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Ökologie leisten. Biogas sollte in Zukunft vorwiegend über den Anbau biodiversitätsfördernder und humusaufbauender Kulturen, insbesondere Kleegras und Reststoffverwertung erzeugt werden.
  3. Der Umbau der Tierhaltung – weniger Tiere besser halten
    Eine Reduzierung der Tierzahlen ist aktiver Klimaschutz, denn die landwirtschaftliche Tierhaltung verursacht direkte und indirekte Klimagasemissionen. Besonders die Futtergewinnung in Südamerika führt zum unwiederbringlichen Verlust von Regenwald. Wichtig ist mir die Verbesserung der Tierhaltung vor allem aus Tierschutzgründen. Deswegen setze ich mich dafür ein, dass wir künftig weniger Tiere besser halten. Wir wollen eine Flächenbindung der Tierhaltung einführen, Weidehaltung fördern und Landwirt*innen beim Umbau ihrer Ställe durch die Einführung eines Tierwohlcents und einer verpflichtenden Haltungskennzeichnung auf den Produkten aller Tierarten unterstützen. Gleichzeitig muss der Tierschutz durch das Beenden von Qualzucht, Amputationen und Anbindehaltung verbessert werden. Mir ist wichtig, dass wir in die Zucht robuster Rassen, insbesondere in die Zucht von Zweinutzungsrassen bei Hühnern und Rindern investieren. Wir brauchen die Weiterentwicklung und Ergänzung des Tierschutzgesetzes sowie der Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung, denn für alle landwirtschaftlich gehaltenen Tiere, auch für Mastrinder, Milchkühe und Puten, für die es bisher keine Verordnung gab, muss es tiergerechte Haltungsvorgaben geben. Das Tierschutzgesetz muss verbessert werden und auf einen effektiven Vollzug muss hingewirkt werden. Für anerkannte Tierschutzorganisationen wollen wir ein Verbandsklagerecht einführen und Tiertransporte auf vier Stunden begrenzen.
  4. Der Ausbau und die Stärkung des Ökolandbaus vom Acker bis zum Teller
    Die Ökologische Landwirtschaft ist mir eine Herzensangelegenheit; denn in ihr sehe ich einen Weg, wie wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen gleichzeitig nutzen und dennoch bewahren können und wie wir den Tieren, unseren Mitgeschöpfen, auch wenn wir sie nutzen, dennoch mit Respekt und Wertschätzung begegnen können. Gut 10% der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland, in Unterfranken sind es sogar schon ca. 11,5% der Betriebe und 17% der Fläche, werden ökologisch bewirtschaftet und viele Menschen kaufen ökologische Produkte ein. Der Umsatz im Lebensmittelhandel liegt allerdings immer noch bei nur rund 6%. Die Umstellung auf den ÖL (wir wollen 30% bis 2030) darf nicht nur auf den landwirtschaftlichen Betrieben stattfinden. Deswegen brauchen wir eine ambitionierte Ökolandbau-Strategie, die alle Stationen der Wertschöpfungskette vom Acker bis zum Teller in den Blick nimmt. Dazu gehören ein massiver Ausbau der Öko-Forschung und Züchtung, der Ausbau von Beratung und Praxisforschungsnetzwerken und eine Stärkung von regionalen Wertschöpfungsketten, damit die wertvollen Bio-Rohstoffe auch regional verarbeitet werden. Mehr einschlägige Bildung in den Berufsschulen und in den allgemeinbildenden Schulen zum Ökolandbau und zum Thema Ernährung ist ebenso nötig. Und vor allem die Verwendung der Biolebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung sollte stark ausgebaut werden. Gerade staatliche Kantinen sollten vorausgehen und vorwiegend Biolebensmittel einsetzen. Kopenhagen hat gezeigt, dass das funktioniert und setzt inzwischen in öffentlichen Betriebskantinen 90% Bioprodukte ein.
  5. Die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten und handwerklicher Lebensmittelverarbeitung
    Der Wunsch, wieder mehr regional und handwerklich erzeugte Lebensmittel zu kaufen, beim Bäcker, in der Metzgerei, auf dem Bauernhof, wächst stetig, und dieser Trend wurde in der Corona-Krise noch verstärkt. Doch auf der anderen Seite haben es vor allem kleinere und mittelständische Betriebe mit handwerklicher Lebensmittelverarbeitung sehr schwer. Die Betriebszahl sinkt jährlich. Regional verankerte Betriebe im Lebensmittelhandwerk müssen dringend gezielt gefördert werden. Mithilfe eines Bundesprogrammes Regionalvermarktung sollte die Herstellung regionaler Produkte gezielt unterstützt werden. Um die Nahversorgung mit handwerklich hergestellten Produkten aus der Region zu stärken, brauchen wir die Stärkung von Regionalität im Vergaberecht. Wir müssen mehr Transparenz für Verbraucher*innen schaffen, daher wollen wir Regionalsiegel unterstützen und für eine klare Definition von regionalen Produkten sorgen.